Epilepsie

Der Begriff Epilepsie stammt aus dem Griechischen: EpĂ­l?psis steht fĂĽr „Anfall“, oder „Ăśbergriff“. Bereits seit dem 16. Jahrhundert wird der Begriff mit dem hier beschriebenen Krankheitsbild in Verbindung gebracht.

Er bezeichnet plötzlich auftretende Krampfanfälle, die verschiedene Arten von Fehlfunktionen im Gehirn der betroffenen Person auslösen.

Ăśber den Krankheitsverlauf

Die wiederkehrenden epileptischen Anfälle können verschiedene Ursachen haben. Teilweise rühren sie etwa von Tumoren oder Entzündungen im Gehirn her. Vielfach liegen jedoch keine hirnorganischen oder stoffwechselbedingten Ursachen vor. Die Entstehung von Epilepsie ist in solchen Fällen nach wie vor nicht vollständig aufgeklärt.

Epilepsien äußern sich in verschiedenen Formen. Zum einen sind ortsgebundene Epilepsien feststellbar, die eine eingegrenzte Region des Gehirns betreffen. Andere, sogenannte generalisierte Formen von Epilepsie liefern hingegen keinen Hinweis auf einen lokal eingrenzbaren Herd der Anfälle. Daneben gibt es Epilepsie-Formen, die mit anderen Krankheitsbildern in Verbindung stehen, und auch solche, deren Zusammenhänge bislang gänzlich unbekannt sind.

Die Erkrankung tritt häufig im Kindesalter auf, verschwindet allerdings in vielen Fällen mit dem Erreichen des Erwachsenenalters. Die Häufigkeit eines Auftretens von Epilepsie sinkt nach Erreichen des 10. Lebensjahres, erhöht sich jedoch stark im hohen Lebensalter. Weltweit sind ca. 50 Millionen Menschen von Epilepsie betroffen.

Mögliche Therapieformen

Die häufigste Behandlungsform von Epilepsie ist die medikamentöse Therapie. Diese kann jedoch mit der Zeit ihre Wirkung verlieren. In etwa einem Drittel der Fälle zeigen die Medikamente von Anfang an nicht genügend oder gar keine Wirkung.

Ist die medikamentöse Therapie erschöpft oder wirkungslos, besteht für einen Teil der Patienten die Möglichkeit eines chirurgischen Eingriffes. Unter der Voraussetzung, dass der Herd der Anfälle klar zu lokalisieren ist, kann dieser operativ entfernt werden. Die Operation führt bei den meisten Patienten zu einem starken Rückgang der Anfälle, wenn nicht sogar zur Anfallsfreiheit.

In den letzten Jahren sind erste Produkte zur Behandlung von Epilepsie auf den Markt gekommen, die den Ansatz der Neurotherapie verfolgen. Sie stimulieren entweder am Vagus-Nerv oder im Tiefenhirn-Bereich.

Der Ansatz von CorTec

CorTec hat eine Elektrode entwickelt, die im Vorfeld von Epilepsie-Operationen zu diagnostischen Zwecken eingesetzt wird.

Sie dient dazu, den Herd der Epilepsie im Gehirn möglichst genau zu lokalisieren. Die CorTec Elektrode ermöglicht eine präzise Darstellung des betroffenen Gewebes – und zeigt auch eventuell nahe gelegene Hirnareale, die wichtige Funktionen wie Sprache oder Bewegung steuern. Die Elektrode trägt dazu bei, dass solche wichtigen Gehirnfunktionen bei der Operation nicht beschädigt werden.

WeiterfĂĽhrende Literatur

  • GĂĽnter Krämer: Diagnose Epilepsie – Kurz und bĂĽndig. Wie Sie die Krankheit verstehen, die besten Therapien fĂĽr sich nutzen, Ihren Alltag optimal gestalten. Trias. Stuttgart 2003
  • Dieter Schmidt: Epilepsien. 200 Fragen und Antworten. W. Zuckschwerdt Verlag. Germering 2012
  • Ansgar Matthes und Hansjörg Schneble: Epilepsien. Diagnostik und Therapie fĂĽr Klinik und Praxis. Thieme. Stuttgart u.a. 1999