Hirntumor

Der Begriff Hirntumor bezeichnet Geschwulstgebilde am oder im Gehirngewebe. Vor allem Nervenzellen oder Hirnhäute sind davon betroffen.

Hirntumore treten in vielen unterschiedlichen Formen auf, die in gutartige und bösartige Tumore unterschieden werden.

Ăśber den Krankheitsverlauf

Die Entstehung von Hirntumoren ist nicht eindeutig geklärt. Umwelteinflüsse, Ernährung oder Stress werden nach heutigem Erkenntnisstand weitgehend als Ursachen ausgeschlossen.

Vielfältige Symptome können auf eine Tumor-Erkrankung hinweisen. Auf erhöhten Hirndruck deuten etwa Kopfschmerzen, Übelkeit oder Bewusstseinsstörungen bis hin zum komatösen Zustand hin. Neurologische Ausfälle in Form von Muskelschwäche, Taubheitsgefühl, Sprach-, Seh- oder Schluckstörungen stellen ein weiteres Indiz dar. Daneben können Symptome wie epileptische Anfälle, Persönlichkeitsveränderungen, Desorientiertheit oder Beeinträchtigungen der Gedächtnisleistung auftreten.

Nach Einteilung der World Health Organization (WHO) existieren ca. 130 verschiedene Arten von Hirntumoren, die sich in gutartige und bösartige Tumore unterscheiden. Zu den häufigsten Tumorarten zählen Meningeome, meist gutartige Tumore, die aus Zellen der Hirnhaut entstehen und typischerweise ein langsames, verdrängendes Wachstum aufweisen. Die am meisten verbreiteten bösartigen Tumore sind Glioblastome, die strukturelle Ähnlichkeiten mit dem Stützgewebe des Gehirns – den sogenannten Gliazellen – aufweisen und in großer Geschwindigkeit erwachsen. Bei Erwachsenen bilden sich des Öfteren Hirntumore aus den Metastasen, die von Tumoren in anderen Körperregionen ins Gehirn wandern.

Die Möglichkeit, an einem Hirntumor zu erkranken, ist für Kinder größer als für Erwachsene. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit einer Tumorbildung allerdings ab dem 60. Lebenjahr wieder an. Weltweit erkranken ca. 250.000 Menschen jährlich an einem Hirntumor, wobei die Einwohner hoch entwickelter Länder Beobachtungen zufolge häufiger davon betroffen sind.

Mögliche Therapieformen

Die gängigsten Behandlungsformen von Hirntumoren sind die operative Entfernung beziehungsweise eine Chemo- oder Strahlen-Therapie. Häufig werden diese Optionen auch miteinander kombiniert.

Der Erfolg der Behandlung ist zum einen abhängig von der Lage des Tumors. In manchen Fällen ist es möglich, den Tumor durch eine Operation komplett zu entfernen. Bisweilen liegen Teile des Tumors jedoch für den Chirurgen nicht erreichbar oder betreffen Gehirnareale, die wichtige, teils lebenserhaltende Funktionen steuern. In solchen Fällen bieten sich kombinierte Therapien an. Die Chemo- oder Strahlen-Therapie geht daneben gegen die Bildung von Metastasen vor.

Entscheidenden Ausschlag auf das Heilungsergebnis gibt zum anderen die Art des Tumors. Gutartige, langsam wachsenden Tumore wie Menigneome lassen sich häufig restlos entfernen und kehren nicht wieder. Bösartige Tumore wie etwa Glioblastome, die sich aggressiv ausbreiten, können dagegen oft nicht komplett entfernt werden und haben eine hohe Wiederauftrittsrate. Im Fall des Glioblastoms ist eine Heilung bislang nicht möglich.

Der Ansatz von CorTec

CorTec hat eine Elektrode entwickelt, die bei der operativen Behandlung von Hirntumoren zu diagnostischen Zwecken eingesetzt wird.

Sie dient dazu, Tumorgewebe möglichst präzise von gesundem Gehirngewebe zu unterscheiden. Die CorTec Elektrode unterstützt den Chirurgen dabei, Gehirnareale zu erkennen, die wichtige Funktionen wie Sprache oder Bewegung steuern. Diese sollen bei der Operation nicht beschädigt werden.

WeiterfĂĽhrende Literatur

  • Diagnose und Therapie primärer Hirntumoren. Leitfaden fĂĽr Patienten und deren Angehörige. Hrsg. Deutsche Hirntumorhilfe e.V. Leipziger Universitätsverlag 2000
  • Eric Baumann: Einen Sommer noch. Mein Leben mit der Diagnose Hirntumor. Köln 2011
  • Jörg-Christian Tonn, Friedrich-Wilhelm Kreth u.a.: Hirntumoren und spinale Tumoren. Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge. W. Zuckschwerdt Verlag. Germering 2007